Freitag, 23. Juni 2017

Max und Martha. Berlin.

Da hatte ich ja eine Idee, hups! Ich war so sehr begeistert von der Villa Liebermann am Wannsee, dass ich sie Euch unbedingt zeigen wollte. Besonders diesen wundervollen Garten, der mich, bereits verblüht im November, inspiriert hat, im Sommer noch mal wiederzukommen, um ihn in ganzer Pracht zu sehen. Und ich wollte Euch von Max Liebermann erzählen. Ein großes Unterfangen, denn ich bin ja keine Kunsthistorikerin. Mich hat das Schicksal dieses Malers und seiner Frau Martha im Nationalsozialismus ziemlich berührt. Er hat seine Villa am Wannsee als Sommerhaus genutzt und gemeinsam mit einem Gartenarchitekten den Garten angelegt. Durch seine Malerei wurde er sehr berühmt. Max Liebermann vertrat die Kunstrichtung des Impressionismus und war Präsident der Akademie der Künste. Er trat aus Protest zurück, als die Nationalsozialisten immer mehr Einfluss nahmen. Seine Frau Martha, die ihn überlebte, wurde traktiert durch die Nationalsozialisten, die ihr eine Emigration nach Schweden oder in die USA zu ihrer einzigen Tochter durch unrealistische finanzielle Forderungen, einer Reichsfluchtsteuer, unmöglich machten. Sie verlor dadurch unter anderem die Villa am Wannsee. Bevor sie deportiert werden sollte in das Konzentrationslager Theresienstadt, nahm sie eine Überdosis an Schlaftabletten und verstarb in einem jüdischen Krankenhaus. "Dazu macht man mir von allen Seiten Angst wegen Abtransport!" Nur noch eine kurze Nachricht konnte sie 1943 an ihren Vertrauten, den Bankkaufmann Erich Alenfeld richten. Sie wurde 85 Jahre alt. Welch ein Schicksal, wenn ich darüber nachdenke, dann werde ich ganz traurig. Auf YouTube könnt Ihr Euch die Villa in voller Pracht ansehen, meine Fotos sind nicht so gelungen. Aber Berlin kann auch anders! Wie glücklich war ich, meine Lieblingstochter zu treffen und nach Kreuzberg einen weiteren Stadtteil, nämlich Prenzlauer Berg, intensiv zu erkunden.
Wie sehr gern hätte ich jetzt die Liebermann-Villa hier plaziert, aber puhhh! Es will einfach nicht klappen. Aber dafür gibt es ja das Internet. Schade eigentlich. Ich schicke Euch liebe Grüße, Cosmee

Kommentare:

  1. Reisen bildet und Du hast mich nun weitergebildet in Sachen Liebermann. Von beiden wußte ich bislang noch nichts.

    Nana

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  2. Vor ein paar Jahren war ich mit Freunden in der Villa Luebermann am Wannsee. Es ist da so wunderschön. Und die Geschichte hat mich auch so sehr berührt......
    Was Ymenschen Mensvhen antun, kann man nicht begreifen.
    Berlin ist eine wunderbare Stadt! Ich freue mich, ich fliege nach dem Sommer hin
    Herzlichst
    yase

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  3. Ich habe mir einmal die Liebermann Ausstellung in der Kunsthalle Bremen angesehen, besonders seine Garten Bilder waren Publikumslieblinge, auch wenn man immer drei Meter zurückgehen muss, um in den Farbwirbeln überhaupt etwas zu erkennen. Ein echter Impressionist eben :) Von seiner Geschichte habe ich auch gehört, habe es aber nie geschafft seine Villa am Wannsee zu besuchen, dabei habe ich quasi nebenan, am Griebnitzsee gewohnt. Vielleicht beim nächsten Berlin Besuch. LG und ein schönes Wochenende

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