Donnerstag, 18. September 2014

Vom Stadtleben und den Landfrauen


Nein. Vor meinem Fenster wächst kein Apfelbaum und ich schaue auch nicht auf die romantischen Herbstnebel, die aus den noch satten Wiesen steigen..(die sichte ich derzeit im Vorbeibrausen auf der Autobahn). Stattdessen:  schaue ich aus dem Fenster, fällt mein Blick auf  hochgewachsene Robinien  (ein eher typischer Baum für die Straßenbepflanzung in meinem Städtchen, jedenfalls hier in meinem barocken Viertel) und auf Häuserfronten...mal Fachwerk, mal modern. Aber ich mag das.
 
Und nun nehme ich also den Wechsel der Jahreszeiten in dieser besonderen Weise wahr, dass sich das Laub der Robinien vorm Fenster verfärbt... Aber auch die wechselnde Kübelbepflanzung in den Straßenzügen und auf den Plätzen vermelden, in der Natur tut sich was. Die satten Sommergewächse weichen langsam der Herbstbepflanzung....
 
Aber in tiefstem Herzen bin ich eine Landfrau! Hätte gern einen wildwuchernden Bauerngarten, der mich  mit Blumen und Gemüse versorgt...Eine Streuobstwiese hätte ich auch gern für eigenen Saft und Apfelwein. Zudem auch Hund und Katz´ und einige Ziegen...seufz. Wie schön! Und die ganze Arbeit dazu (die findet in dieser romantischen Schwelgerei keinen Platz, hihi)!!! Woher nähme ich dann die Zeit für Mrs B? Also sage ich mir vernünftig, so wie es ist: alles gut. Die Sehnsucht aber bleibt...
 
Aber ich kenne Landfrauen, die mich inspirieren mit ihrer Landlust, mich beschenken mit den Früchten ihrer vielen Arbeit. Mal gibt es einen Eimer wohlschmeckender Äpfel, wohlgemerkt, es sind die Sorten, die seit Generationen auf dem Land heimisch sind, alte Apfelsorten, die es zu erhalten gilt. Oder einen frischen Pflaumenkuchen...schön verpackt in ein Geschirrhandtuch aus altem bäuerlichen Leinen...Denn sie kennen meine romantische Ader...
Und als Dankeschön nähe ich aus diesen ländlichen Stoffen hoffentlich schöne Halbschürzen für meine lieben Landfrauen...
 
Viele Grüße von Cosmee

Kommentare:

  1. Jaja, in mir schlagen zwei Herzen... das Eine, das für die Großstadt schlägt, für exotisches Essen und für modernes Leben, schnell, rasant, flippig und immer auf der Suche nach Neuem... und das Andere, das für´s Land schlägt, für die Besinnlichkeit, die Sicherheit, die Rauheit der Natur und die Nähe von Leben und Tod.

    Das wird eine tolle Schürze.

    Nana

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  2. Liebe Cosmee,
    viele von uns sind in ihren Gefühlen zweigeteilt.
    Ich lebe in der Stadt und bin als Landei groß geworden. Immer wenn ich meine Eltern besuche möchte ich wieder zurück aufs Land. Aber sobald ich in der Stadt zurück bin genieße ich die Annehmlichkeiten, dass alles so schnell und einfach zu erreichen ist.
    Du siehst, Du bist nicht alleine...
    LG
    Alexandra

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  3. Liebe Cosmee, ich verstehe Deine Sehnsucht. Das war auch immer ein grosser Traum von mir, mal Selbstversorgerin zu sein mit einem riesigen Garten, Schafe drin...
    Aber ganz realistisch gesehen kann ich mir das halt nicht leisten:-) So lebe ich in meiner kleinen Dachwohnung, liebe meinen Balkon und schaue in die Berge, denn auf dem Land lebe ich und bin glücklich, so wie es ist.
    Ich finde es schön, dass Du mit so Kostbarkeiten versorgt wirst. Über so einen besonderen Apfel würde ich mich auch sehr freuen. Die Stoffe sind so schön, die Du für die Schürzen nehmen willst. Auch so passend.
    glg Susanne

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    1. Würde Dir ja ein paar Äpfel schicken, liebe Susanne...sie schmecken wunderbar. Aber ein Glas selbstgekochten Apfelmus, wär das was?

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