Mittwoch, 13. August 2014

Fuldaer Gesichter. Ein Nachruf.

Das beliebte Bänkchen in der Kanalstraße..
Mir geht es heute komisch. Schon den ganzen Tag. Beim Lesen der Fuldaer Zeitung, meinem Heimatblättchen, da kam ich heute Morgen beim gemütlichen Urlaubsfrühstück wie immer  gegen Ende des Blätterns auch zu den Todesanzeigen...Natürlich lese ich sie, jeden Tag. Und ich kenne inzwischen auch manch Einen. Und irgendwann stehe ich dann selbst darin...hoffentlich dauert das noch.

Aber heute bin ich sehr berührt. Denn Frau T., die ehemals ein Seilerlädchen führte in der Löherstraße und später darauf auch das Bastellädchen um die Ecke in der Kanalstraße hatte (ich denke an Makramee und an Seidenmalerei, hihi.....so lange her).Sie gehört nun nicht mehr zu meinem vertrauten Stadtbild. Sie hat sich verabschiedet...vergangene Woche saß sie eben noch auf jener Bank, zu der sie sich langsam mit ihrem Rollator bewegte, umgeben von alten Menschen, die in meinem Viertel, in meiner Straße leben.
 Ich kenne sie noch als kraftvolle Person, die mit ihrem Mann damals das Lädchen führte. Aber sie wurde zart und zärter und immer mehr durchsichtig....

Und nun mache ich mir Gedanken um die alten Menschen in meinem Viertel...Sie gehören doch zum Stadtbild, wenn sie dahingschleichen mit Stock und sonstigen Hilfsmitteln. Wie versorgen sie sich? Kann ich was tun für sie? Und wie? Denn wer will schon ins Altenheim...... Mal schauen, mal rumhören, ob man da was bewegen kann in meinem Viertel...

Viele Grüße von Cosmee

Kommentare:

  1. Nicht immer ist ein Abschied was schlimmes, manch einer sieht darin den nächsten Schritt... wohin auch immer. Ich glaube einfach, daß alte Menschen einfach gerne ein Lächeln sehen, das ihnen gilt und ein freundliches Wort dazu, das reicht oftmals aus. Ich denke auch, daß nicht die Alten, denen man begegnet die bedauernswerten sind, sondern die, die gar nicht mehr rauskommen.

    Nana

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  2. Liebe Cosmee,
    Nana hat mir aus dem Herzen geschrieben, ich denke auch so. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man die Senioren, die man in
    der Öffentlichkeit trifft, mit einem kleinen Gespräch, etwas Interesse sehr erfreuen kann. Vielen fehlt genau das. Schwieriger ist es, die zu erreichen, die nicht mehr hinaus kommen. Da haben wir uns immer auf die konzentriert, die in der Nachbarschaft leben.
    Die Frühstücksbrötchen mitbringen, ein Einkauf, eine Besorgung oder Hilfe bei Formularen... und schon ist die Welt ein klein
    bisschen heller.
    Du wirst sicher den richtigen Weg finden ...
    Liebe Grüße
    Marle

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  3. Liebe Cosmee, ich glaube, im kleineren Umfeld kann man schon was bewirken. Ob man jemanden vor dem Albtraum Altersheim bewahren kann, weiss ich nicht. Es gehört viel dazu, einen Menschen daheim zu pflegen und oft müssen die Angehörigen selbst arbeiten, um ihren Lebensunterhalt zu erwirtschaften. Zum Glück bin ich nicht betroffen-noch nicht-, aber ich habe viele Jahre im Altenheim gearbeitet und da ist auf beiden Seiten die Not sehr gross. Ich finde auch, dass die Idee einer WG eine gute ist und vielleicht auch die Lösung.
    Zum Glück fällt es uns noch auf, wenn Menschen auf einmal nicht mehr da sind, denen man immer wieder begegnet und die, wie Du so schön schreibst, zum Stadtbild dazu gehören.
    glg Susanne

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  4. Ihr lieben Bloggerinnen, genau so was stelle ich mir vor...so eine Art Nachbarschaftshilfe...Mal die Brötchen holen oder wenn ich eh zum Einkaufen fahre oder gehe, den Einkauf miterledigen. Ein nettes Wort, an den Erinnerungen teilhaben....Ja genau so....

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  5. Ich denke auch ein Gespräch anfangen, zuhören und vielleicht sogar bei besserem Kontakt regelmäßig anrufen, können helfen die große Angst vor dem Alleinsein erträglicher zu machen :) Ein schwieriges Thema, aber natürlich ein unumgängliches, denn alt werden wir alle. Liebe Grüße Thea

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