Samstag, 19. Oktober 2013

Die Hände meiner Mutter. Und Ich.



Da liegen ihre Hände ausgeruht auf meiner Näharbeit. Wie sehr sie die immer bewundert. Dabei gibt es Schönere von anderen. Aber ich bin ihre Tochter...Sie, inzwischen über die neunzig Jahre hinaus...Sie hat immer gerne genäht, gekocht und allen Haushaltskram erledigt. Sie, meine Mutter, war aber auch immer berufstätig und hatte ihre eigene Meinung. Als ich Kind war, da mochte ich das nicht. Es war mir, Anfang der Sechziger Jahre eingeschult, unglaublich peinlich. Denn alle Mütter waren daheim und trugen Kittelschürze. Meine Mutter liebte ihre Arbeit und trug Pfennigabsätze und Bleistiftröcke. Und heute begleitet sie weiter mein Leben. Ich arbeite gern, habe meine eigene Meinung, liebe das Nähen und koche leidenschaftlich und setze Gewürze ein, genau wie sie. Und ich entdecke über viele viele Jahre ihres und auch meines eigenen Alterns immer mehr Ähnlichkeiten...Dies anzuerkennen als Ich (und dem Du) und so, wie ich mich entwickelt habe durch meine ganz eigene Lebenswirklichkeit...macht die Begegnung mit meiner alten Mutter liebevoll und spannend.

Viele Grüße von Cosmee

Kommentare:

  1. Das hast Du aber jetzt sehr schön geschrieben!!! Ich hab ´ne Gänsehaut und entdecke, daß auch ich meiner Mutter heute mehr verzeihe, als ich jemals für möglich hielt. Denn auch ich wünsche mir, daß mir meine Kinder mit eines Tages meine schlechten Seiten mir verzeihen.

    Ein toller Post!

    Nana

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  2. Das hast Du wirklich sehr schön geschrieben. Es ist schön, daß Deine Mutter Deine Werke noch sehen kann und sich darüber freut. Wie gerne hätte ich meiner mam noch so vieles gezeigt.
    LG
    Jeannette

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  3. Ja, ich denke nach, über mich und meine Mutter. Du greifst immer wieder Themen auf, um die man / ich sich gerne herum schleicht. LG Anja

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