Samstag, 5. Januar 2013

Alte Menschen. Ohne Bild.

Ohne Bild. Denn wir können uns wohl sehr gut alte Gesichter vorstellen, durchfurcht und runzelig, vielleicht sogar zahnlos. Seht Ihr sie, die alten Menschen? In Eurer Stadt, auf Euren Wegen? Sie begegnen uns, den Rollator schiebend. Auf der Parkbank, eine Pause einlegend....Durch den Supermarkt schlurfend... Ich sehe sie, auf der Bank sitzend, in meiner kleinen Stadt. Ich bin Sozialarbeiterin und mein Blick ist sowieso geschärft für Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen....Stehen die Alten am Rande? Ja, ich denke schon. Schauen wir nach ihnen. Sie können es gebrauchen, gerade dann, wenn sie einsam und vergessen sind. Wie ich darauf komme?

Ich habe eine Mutter, die ist fast 90 N e u n z i g Jahre alt. Was sie mir alles erzählt! Ihre persönliche Geschichte, die eingebettet ist in die Politik ihrer Jahre. Und sie ist geistig agil, politisch hat sie viel mehr Ahnung als ich! Und ihre Meinung. Ich finde meine Mutter (inzwischen) wunderbar und ich bewundere auch, wie sie ihr Leben meistert, nach 65iger Ehe und Tod ihres Ehemannes.

Schauen wir doch nach den alten Menschen, die allein in ihrer Wohnung sitzen, vielleicht ein darbes Mal zu sich nehmen, weil sie nicht mehr selbst einkaufen können und niemand nach ihnen schaut. Haltet die Augen auf und schaut nach denen, die Hilfe brauchen. Gebt ab, wenn Ihr etwas übrig habt. Zeit, Zuwendung und Liebe......

Viele Grüße von Lilu-Cosmee

Kommentare:

  1. ja, sie sind schon glücklich wenn sie jemand registriert und sie für voll nimmt...und sie haben immer noch soooo viel zu erzählen, man muß ihnen nur die zeit und chance geben...das hast du sehr schön geschrieben!
    glg teresa

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  2. Ein guter Post, ernste Worte. Jetzt weiß ich auch, warum Dir mein Frauenquilt so gut gefällt, weil er fast nur ausgegrenzte Menschen betrifft. Irgendwie.
    Alte Menschen... ja, sie sind oft einsam. Und ich frage mich, wie ich eines Tages leben werde. Ob meine Kinder auch mal sagen zu ihrem Mann: "Ich MUSS mal wieder die Mutti anrufen, obwohl ich so gar keine Lust habe." Und dann freut man sich über zwei, drei Stunden an einem Sonntag.
    Und ich sehe es an meiner Mutter, bald 70, wie sie immernoch die gleichen Geschichten erzählt wie vor 30 Jahren und sich nichts geändert hat.
    Ein guter Post!

    Nana

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