Montag, 4. September 2017

Wilde Blumelei: Der Hopfen

Heute hat mich das wunderschöne Wetter herausgelockt. Natürlich hatte ich mein Scherchen dabei, als ich mich auf den Weg in die Au machte. Denn das habe ich immer dabei und SCHNIPPSCHNAPP! hole ich mir die Jahreszeiten ins Haus. Und ich bin immer ganz gespannt, welche Pflanzen mich so ansprechen, dass ich sie mitnehme... Heute war es der Echte Hopfen mit seinen hübschen Blütenzapfen, der sich prächtig um einen Holunderbaum mit seinen glänzenden, tiefdunklen reifen Beeren wand... Und wie Ihr sehen könnt, habe ich daheim dann gleich ein kleines frühherbstliches Kränzchen mit grünen Eicheln daraus gebunden.
Interessant finde ich am Hopfen, dass er im Jahr 2007 die Arzneipflanze des Jahres wurde, aber bereits im Mittelalter aufgrund seiner antibakteriellen Wirkung benutzt wurde, um äußere Hautverletzungen und Geschwüre zu behandeln. Paracelsus verordnete den Hopfen, der bis zu fünfzig Jahre alt werden kann, zur Heilung von Appetitlosigkeit und bei Verdauungsproblemen. In der germanischen Mythologie galt Hopfen als Fruchtbarkeitssymbol und als Zeichen für wiedererwachende Kraft und Lebensfreude. Alte germanische und keltische Völker glaubten daran, dass neben einem Hopfenstock vergrabenes Haar dem Träger dazu verhelfen könnte, kräftigen Haarwuchs zu erhalten. Heutzutage werden die getrockneten Blütenzapfen, zusammen mit Baldrian und Melisse, für beruhigenden und schlaffördernden Tee genommen. Hopfen ist auch ein wichtiger Bestandteil des Bieres und das wurde früher in allen Mönchsklostern gebraut, wohl weil der Hopfen dämpfende Eigenschaften hatte (ich konnte nachlesen: auch bei sexueller Übererregbarkeit). Na, wenn das kein Grund war.... Hopfenpflücker, die früher die Ernte von Hand machten, sollen dabei sehr müde geworden sein, wegen der einschläfernden Wirkung. Noch heute näht man getrocknete Hopfenblütenzapfen, vielleicht sogar gemischt mit Lavendel, in Kissen ein, um den Schlaf zu fördern. Am liebsten wächst der Hopfen in Auwäldern und wenn Ihr spazieren geht, werdet Ihr bestimmt auf die Pflanze treffen.
Viele Grüße von Cosmee

Freitag, 1. September 2017

Piep! Im September.

Ja, schon wieder ist ein Monat um und es ist Zeit für PIEP!. Merkt Ihr schon, wie es herbstelt, sacht und leise? An den Kastanienbäumen warten die reifen, igeligen Früchte, dass der Wind sie hinunterfegt und sie uns dann, aufgeplatzt, zum Sammeln auffordern, egal ob wir klein sind oder groß... Die Hitze der letzten Tage ist gewichen und die Temperaturen sind gesunken, die Nächte werden kühler.... Der metereologische Kalender sagt uns ab heute, der Frühherbst beginnt. Es ist wirklich kaum zu glauben, denn noch blühen die Sommerblumen um die Wette, aber sie zeigen verstärkt das Welken und schauen wir genau hin, dann sehen wir Samen, die wir nun abnehmen können, um sie für Aussaat im kommenden Jahr zu verwenden. Es ist ein ständiges Werden und Vergehen im Wechsel des Jahreslaufs. Der alte Name des Septembers lautete WITUMANTOH; HALEGMANOTH im Altgermanischen und im Althochdeutschen SCHEIDING (Schneiden). Und viele Menschen, so auch ich, mögen den September, denn es ist der Monat der Farbenfülle und des Erntereichtums. Ich gehe gern über unseren Gemüsemarkt und lasse mich von der ausliegenden Ware verführen.... und in der Natur erfreue ich mich an den bunten Wäldern. Ich mag auch gerne den frühen Morgen mit seinem milchigem Licht und seinen Bodennebeln, die sich heben wie ein Vorhang...um die Landschaft dem Blick langsam freizugeben...das entzückt mich immer wieder aufs Neue. Die Sonne scheint jetzt jeden Tag drei Minuten weniger und verliert ihre wärmende Kraft. Die Zugvögel werden sich langsam für ihren Abflug in den Süden sammeln und die Melancholie kann uns erfassen, wenn die ersten Wildgänse oder Kraniche am Himmel zu sehen sind. Ich konnte übrigens lesen, dass man bis ins 18. Jahrhundert hinein meinte, dass sich Zugvögel wie Lerche, Drossel, Schwalbe und auch der Kranich im Herbst im Grund von Seen vergraben. Viele Vögel sammeln sich an Gewässern, um über Nacht in den Süden aufzubrechen. Die Theorie der Schlammschläfer war eine weitverbreitete Erklärung für das plötzliche Verschwinden der Vögel. Am 23. September ist dann der kalendarische Herbstanfang, auf der Südhalbkugel beginnt das Frühjahr und uns erfreut ein hoffentlich schöner Altweibersommer. Ihr seht dann die Spinnfäden durch die Luft fliegen. Auf ihnen sitzen kleine Wolfsspinnen, die sich so auf die Reise machen (die Fäden stoßen sie übrigens durch ihren Hinterleib aus). Wenn wir das beobachten können, dann, so heißt es, ist mit einer beständigen Schönwetterlage zu rechnen. Die Menschen gaaaanz ganz früher glaubten, dass die Spinnfäden vom Kleid einer Göttin stammen, in frühchristlicher Zeit dachte man, dass die Fäden aus dem Mantel der Heiligen Maria stammten. (Quelle: Abendrot Schönwetterbot´ von Bernhard Michels)
Ich wünsche uns allen einen schönen September... Viele Grüße von Cosmee

Montag, 21. August 2017

Heute nehme ich Euch mit....

....zum letzten Tag der KUNSTWOCHE in Kleinsassen in der Rhön.
Diese Kunstwoche findet seit 1979 in dem kleinen Dorf Kleinsassen in der Nähe von Fulda statt und ist alljährlicher Höhepunkt dieses Malerdorfes, wie es sich nennt. Ab circa 1850 wurde dieses Dorf als Malerkolonie entdeckt. Das Bergmassiv der Milseburg (835 m) und die Landschaft der Rhön wurde für mehr als achtzig Maler aus den Akademien in München, Leipzig, Weimar... ein Anziehungspunkt, der viele nicht mehr losließ, so dass sie in Kleinsassen sesshaft wurden.
Malerei, Fotografie, Keramik, Patchwork, Schmuck, Floristik, Filzarbeiten und vieles mehr konnte bewundert und natürlich auch erstanden werden. Begleitend fanden künstlerische Workshops statt, die den Besuchern zum Mitmachen offen standen. Und nun schaut Euch meine gesammelten Impressionen des gestrigen Tages auf der Kunstwoche an....
Rund um das Dorf führen drei Malerrundwege, die Auskunft über die Landschaftsmaler geben. An verschiedenen Orten findet man Schilder, die so aufgestellt sind, dass sie zeigen, wo das jeweilige Kunstwerk entstanden sein könnte. So bekommt man einen guten Eindruck davon, welche Anziehungskraft die Landschaft der Rhön auf den Künstler ausübte. Ein Besuch lohnt sich also auch ohne KUNSTWOCHE. Viele Grüße von Cosmee

Donnerstag, 17. August 2017

Ich hab´ da mal eine Idee...

Genauso hatte ich es mir beim Nähen der vielen Frühchenquilts, die ich über zwei Jahre lang genäht und an die Städtischen Kliniken gespendet hatte, gewünscht. Nämlich dass eine Mutter eines Frühgeborenen meine Telefonnummer bekommt und erzählt und am Ende einen Quilt bestellt. Und so war es vergangene Woche und trotzdem --- ich war total perplex. Ob ich einen Babyquilt für ihre Freundin nähen könne, die ihr erstes Kind erwartet. Als Geschenk zur Geburt, eine schöne Idee, wie sie fand. Ich übrigens auch, nur hatte ich keine Quilts zum Zeigen. Und was kostet so ein Babyquilt? Nun, da war ich auch überfragt und ich tue mich auch wirklich schwer damit und stelle fest: ich bin so wenig Geschäftsfrau....Aber gesagt und getan! Zwei kleine Quilts sind entstanden, wobei der große ein kleiner wurde. Das hatte ich vorher auch noch nie gemacht, einen ganzen Quilt wieder aufgetrennt, um einen neuen daraus zu fabrizieren. Aber, es ist gelungen und ich habe mir wieder einmal beweisen können, wie geduldig ich doch sein kann....
Und nun, während des Nähens dieser Babyqilts, stellte ich fest, wie gerne ich es immer mag, die Stoffe zusammenzustellen, Blockmuster auszuwählen, auszuprobieren, zu nähen, um mich dann selbst am gelungenen Werk zu erfreuen.... Warum also nicht einen Flyer entwerfen, drucken lassen mit der Idee, Babyquilts in Eigenentwurf zu nähen und anzubieten.... tztztztz.... Ob das gehen würde? Spaß machen könnte es allemal. Wobei, ein Kritikpunkt wäre der Zeitmangel, intensiv dranzubleiben, es bliebe also nur ein Wochenende, um am Stück arbeiten zu können. Da muss ich noch mal überlegen... Habt Ihr selbst Erfahrung mit solchen Ideen gemacht? Viele Grüße von Cosmee

Freitag, 4. August 2017

Piep! Im August

Geht es Euch auch so? Ich bin im Entspannungsmodus und genieße die freie Zeit, lasse mich treiben, genieße meinen eigenen Rhythmus...Freiheit im Kleinen... Deshalb wende ich mich heute, mit ein paar Tagen Verspätung, dem Monat August zu. Sein alter Name lautete Aranmanoth, Arnodmanod: die Ernte wird eingefahren; es ist der Schnittmonat, die Schnitterzeit. Der August ist benannt nach dem Neffen von Julius Cäsar, der als erster römischer Kaiser den Namen Augustus, der Erhabene, annahm. Er hatte in jenem Monat die meisten seiner Siege errungen. Die Sonne zeigt durch ihr Scheinen noch mal die ganze Pracht der Blütenwelt und lässt sie leuchten. Und sicher habt Ihr gesehen, wie inzwischen die Felder aussehen (manch einer hat sich über Traktoren oder sonstige landwirtschaftliche Fahrzeuge geärgert, wenn sie im Schneckentempo vor einem herfuhren und noch fahren). Die Stoppelfelder zeigen, das die Getreideernte eingefahren ist und die Landschaft? Sie wirkt nun eintöniger als noch im vergangenen Monat. Doch dies ändert sich langsam, denn manche Flächen erscheinen nun blauviolett: der Bienenfreund blüht und gibt eine gute Bienenweide ab und weithin sind die Sonnenblumenfelder ein Augenschmaus. Die Mauersegler sind bereits Auf und Davon in südliche Gefilde und wenn Ihr horcht: die Vogelwelt wird immer ruhiger. Die Sonne zeigt noch einmal richtig, was sie drauf hat, bevor ihr Schein immer schwächer wird. Es heißt, dass sich beim ersten Augustregen die Hitze legt, tztzt, so sehr hatten wir ja nicht unter ihr zu leiden, oder? Das Wetter war doch sehr durchwachsen, aber...mir hat es gefallen, gefällt es immer noch. Die "Hundstage" gehen noch bis zum 22. August und nun beginnt das Sternbild des Löwen. Viele Grüße von Cosmee Quelle: Michels, Abendrot Schönwetterbot´

Wilde Blumelei. Der Rainfarn.

Seit einiger Zeit versuche ich mich beim Kochen an den Jahreszeiten zu orientieren und nutze in der Regel nur Gemüsesorten, die auch zur jeweiligen Jahreszeit tatsächlich zu haben sind. Ich orientiere mich dabei an einem Kochbuch, das mit leckeren Rezepten reich auftischt im Frühling, Sommer, Herbst und Winter (Von Cramm, Genuss aus der Heimat). Und weil ich mich dadurch intensiv mit den Jahreszeiten beschäftige, gehe ich auch mit offenen Augen durch die Natur und bewundere die Wildpflanzen, die ich beim Spaziergang oder bei einer Wanderung entdecke. Als junge Frau, ich war gerade mit Mann und Baby in ein Vogelsberger Dörfchen gezogen, ins eigene Fachwerkhaus, durchstreifte ich Wald und Wiesen, setzte Kräuteröle an, versuchte mich an Ziegenfrischkäse und...und...und. Doch dann zog ich in mein hiesiges Städtchen, studierte und lebte ein eher (klein)städtisches Leben und vergaß meine damalige Vorliebe. Doch nun entdecke ich wieder mein Interesse an dem Wildwuchs der Natur und möchte Euch gerne, in unregelmäßiger Folge, von meinen Entdeckungen berichten. Ich will Euch ein bisschen mit der Natur erfreuen und zeige Euch meine "Wilde Blumelei".... Vielleicht entdeckt Ihr dann auch die eine oder Pflanze, die Euch bisher gar nicht bekannt war. Immer wieder fällt mir diese Pflanze in diesem Sommer ins Auge...ist sie Euch auch schon aufgefallen? Jedes Jahr Ende August, Anfang September stach sie mir ins Auge und dann bedauerte ich den Abschied vom Sommer, denn ich verband ihr Erscheinen immer mit dem nahenden Herbst. Und ich habe falsch gedacht, denn die Blütezeit dieser Pflanze beginnt bereits im Juni, aber da stehlen ihr einfach die freundlichbunten Sommerblumen die Schau, weil die Natur nicht mit prächtigen Farben geizt während der Sommerzeit. Aber um welche wilde Pflanze handelt es sich denn nun?
Es ist der Rainfarn, eine Heil- und Giftpflanze, auch Wurmkraut genannt. Bis weit in den September hinein blüht er mit leuchtend gelben Blütenknöpfchen und gefiederten Blättern. Er wächst am Waldesrand, Wegen und Dämmen und enthält ätherische Öle. Das getrocknete Kraut riecht so intensiv, dass sich damit Läuse, Mücken und Mäuse vertreiben lassen, so heißt es. Getrockneter Rainfarn wird gerne auch von den Imkern als Rauchmittel verwendet und wurde früher in den Häusern ausgestreut, um Ungeziefer fernzuhalten. Außerdem eignet sie sich auch zum Färben, vielleicht hat ja die Eine oder Andere von Euch bereits Erfahrungen mit diesem Kraut gemacht.... Die geschnittene Pflanze eignet sich wunderbar für die Vase und für Trockengestecke und wie Ihr sehen könnt, macht sie tatsächlich zusammen mit Wiesenknopf, Mädchenauge und Ringelblume eine gute Figur im alten Humpen vom Flohmarkt. Viele Grüße von Cosmee

Donnerstag, 3. August 2017

Einfach gefragt...

Redet Ihr eigentlich auch manchmal mit Eurer Nähmaschine? Ich habe meine kleine Pfaff jedenfalls gefragt: "Traust Du Dir zu, den Babyquilt aufs Ordentlichste zu nähen, ohne Gepolter und Gehänge und Geschiebe?" Denn bevor ich meine Bernina hatte, war ich immer unzufriedener geworden mit den gequilteten Nähten. Teilweise waren sie verschoben und knubbelig geworden, vielleicht waren die Quilts einfach zu groß... (und ich kannte noch keine Quilthandschuhe. Außerdem ist es eine Mechanische ohne Schnickschnack und leider auch ohne Obertransportfuß). Das Probeteil hat sie dann anstandslos hinbekommen und nun habe ich begonnen, den Babyquilt zu quilten. Die erste Naht ist gelungen, also, die kleine Hobby-Pfaff strengt sich wirklich an. Gut gemacht! Trotzdem warte ich sehnsüchtig auf Mrs B., doch der Nähmaschinenreparateur lässt sich Zeit... Meine Nachfrage gestern ergab nach fast zweiwöchiger Wartezeit: er ist am Umziehen, hat Stress und der eigentliche Techniker ist bereits die fünfte Woche krank. Nun muss der Arme zwischendurch selbst reparieren...na hoffentlich macht er es ordentlich und denkt dabei nicht an gepackte Umzugskisten... So, ich quilte mal weiter, mal sehen ob die zweite Naht auch so ordentlich gelingt.... Liebe Grüße von Cosmee